Warum „plus-sized“ nicht automatisch „size-inclusive“ bedeutet

Die Begriffe „plus-sized“ und „size-inclusive“ werden oft wie Synonyme verwendet. Tatsächlich können sich beide auf Kleidung beziehen, die allgemein als „Übergröße“ gilt. Nichtsdestotrotz gibt es einen Unterschied zwischen diesen beiden Bezeichnungen und dieser ist für die Frauen, an die sich diese Schlagworte richten, von großer Bedeutung.

„Plus-sized fängt bei den meisten Modelagenturen bei 40 oder 42 an und schaffte eine Trennung zwischen dem, was im Allgemeinen als ‚Normal-‘ und dem, was als ‚Übergröße‘ bezeichnet wird. Diese Wortwahl spiegelt wider, dass jene Frauen, die ‚normale‘ Konfektionsgrößen haben, als Standard angesehen werden. Der Rest wird damit als ‚außergewöhnlich‘ wahrgenommen. Durch diese Zweiteilung stellen Plus-Size-Frauen quasi die Ausnahme der Regel dar und werden so zur Gruppe der ‚anderen‘“, erklärt Alexandra Waldman, Mitbegründerin und Kreativdirektorin von Universal Standard, einer Kleidermarke, die „Normal-“ und „Übergrößen“ anbietet. „Sobald du ‚aus dem Kleidergrößenrahmen fällst‘, bist du automatisch weniger bedeutend“, sagt sie gegenüber Refinery29.

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Plus-Size-Käufer:innen werden oft entweder in den hinteren, dunklen Teil eines Modeladens verbannt oder müssen überhaupt in ein anderes Geschäft, um etwas für sich zu finden. In vielen Fällen wird Plus-Size-Kleidung aber erst gar nicht vor Ort angeboten, sondern ist nur online erhältlich. Die verfügbaren Stücke sind dann aber auch nicht immer unbedingt Kassenschlager. „Selbst Marken, die erkannt haben, dass Plus-Size-Konsument:innen mehr Optionen und Möglichkeiten brauchen, um sich modisch ausdrücken zu können, grenzen diese Gruppe immer noch aus“, sagt Waldman. „Sie reagieren zwar auf die Nachfrage, bieten aber nur wenige Plus-Size-Produkte an (oft gibt es die dann auch nur bis zu einer bestimmten Größe). Diese sehen häufig oft ganz anders aus als das, was das Unternehmen sonst so verkauft und weswegen dir die Sachen da überhaupt so gefallen.“

Danielle Hall, Mitbegründerin der Social-Shopping-Plattform Insyze, die Plus-Size-Frauen einen Ort zum Einkaufen und zum Kontakteknüpfen bietet, stimmt Waldman zu: „Wenn ein Modeunternehmen eine Plus-Size-Kollektion auf den Markt bringt, gibt es oft nur eine begrenzte Anzahl von Modellen, die sich [fast immer] von jenen in ‚Normalgröße‘ der Brand unterscheiden“, sagt sie. Halls Schwester und Geschäftspartnerin, Sylvie Wilson, findet die meisten Plus-Size-Angebote „durchschnittlich und wenig inspirierend“. Außerdem ist es für Marken, die solche Kollektionen anbieten, scheinbar zur Gewohnheit geworden, bei XXL oder XXXL Halt zu machen. So setzt sich der exklusive Kreislauf fort und Plus-Size-Konsument:innen werden weiterhin außen vor gelassen.

„Size-inclusive statt Plus-Size-Mode ist der einzige Weg, um wirklich für Inklusion zu sorgen.“

Alexandra Waldman, Mitbegründerin und Kreativdirektorin, Universal Standard

Der Begriff „size-inclusive“ hingegen erkennt die exklusive Natur von separaten „Plus-Size“-Kollektionen an. Unternehmen, die Größeninklusivität zu einer Priorität machen, verpflichten sich, die gleiche Kleidung in weitaus mehr Konfektionsgrößen zu verkaufen. Im Gegensatz zu Plus-Size-Modellen, die ‚Übergrößen‘ vom ‚normalen‘ Angebot trennen, bieten Size-Inclusive-Geschäfte die gleichen Stücke für alle Konfektionsgrößen an. „Uneingeschränkt einkaufen zu können und sich keine Sorgen machen zu müssen, dass es ein bestimmtes Kleidungsstück nicht [in plus-sized] gibt, ist sehr bedeutsam“, sagt Wilson, „besonders, nachdem wir so lange an den Rand gedrängt wurden.“ Laut Waldman ist „Size-inclusive statt Plus-Size-Mode der einzige Weg, um wirklich für Inklusion zu sorgen“.

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